Alternativen zum Glyphosateinsatz

Kuhn: Der Prolander leistet mit den angebauten oder gezogenen Maschinen und einer Rahmenhöhe von 60 cm eine ausgezeichnete Arbeit auch bei hohem Anteil organischer Masse.

An die Bedeutung des Wassers erinnert jährlich der Weltwassertag. In diesem Jahr steht er unter dem Motto: „Unser Grundwasser: Der unsichtbare Schatz“. Zum Schutz der öffentlichen Trinkwasserversorgung gibt es in Niedersachsen das sogenannte Kooperationsmodell für ausgewiesene Trinkwassergewinnungsgebiete. In diesen Gebieten arbeiten die Wasserversorger eng mit den Landwirten, der Gewässerschutzberatung und weiteren Akteuren zusammen.

Im Rahmen eines Konzeptes werden gemeinsam gezielte Maßnahmen und Lösungen erarbeitet, um die Trinkwasserversorgung nachhaltig und zukunftssicher zu gestalten. So auch im Deistervorland. Dort arbeiten Wasserversorger und Landwirte seit mehr als 20 Jahren in der „Kooperation Trinkwasserschutz (TWS) Deistervorland“ zusammen. Der Wasserverband Garbsen-Neustadt, die Stadtwerke Barsinghausen und der Wasserverband Nordschaumburg ziehen gemeinsam mit den Landwirten an einem Strang, um die Trinkwasserqualität in ihren Versorgungsgebieten langfristig zu sichern. „Alle Beteiligten haben sich zum Ziel gesetzt, das Grundwasser durch eine standortangepasste Bewirtschaftung vor Belastungen zu schützen“, sagt Stephan Schumüller, Geschäftsführer des Wasserverband Garbsen-Neustadt (WVGN) Mitte März auf einem Feldtag in Groß Goltern. Zum Weltwassertag 2022 veranstaltete die „Kooperation Trinkwasserschutz Deistervorland“ eine Feldbegehung. Durch die Änderung der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung im September vergangenen Jahres wurde der Einsatz des Wirkstoffes Glyphosat in festgesetzten Wasserschutzgebieten verboten. Außerhalb von Wasserschutzgebieten besteht erst ab dem 1. Januar 2024 ein generelles Anwendungsverbot. Danach entfällt die Möglichkeit, Beikräuter chemisch zu beseitigen.

Gewässer schonen

Es kommen daher ausschließlich mechanische Alternativen zur Beseitigung von Beikräutern in Betracht. Um den Landwirten Alternativen zum Glyphosateinsatz aufzuzeigen und passende Lösungen für eine gewässerschonende, mechanische Beseitigung von Altunkräutern aufzuzeigen, veranstaltete die Kooperation TWS Deistervorland in Zusammenarbeit mit dem für die Gewässerschutzberatung zuständigen Ingenieurbüro Geries aus Hessisch Oldendorf, der Knoche Maschinenbau GmbH aus Bad Nenndorf, der LVB-Steinbrink GmbH aus Groß Munzel und der AGRAVIS Technik Raiffeisen GmbH aus Göxe eine Maschinenvorführung. Denn gerade die Beseitigung des Zwischenfruchtaufwuchses stellt die Landwirte vor Probleme.

Intensive Bearbeitung

Ziel der Gewässerschutzberatung ist eine ganzjährige Begrünung. Der Anbau von Zwischenfrüchten ist daher ein wichtiger Baustein. Sie binden den Reststickstoff in ihrer Biomasse. Mit Zwischenfrüchten, die erst im Frühjahr eingearbeitet werden, wird der gebundene Stickstoff am besten vor Auswaschung geschützt. Das legt den Zielkonflikt mit dem Gewässerschutz offen: Auf den Anbau von Zwischenfrüchten zu verzichten, erleichtert zwar die Aussaat, hat aber negative Folgen hinsichtlich der Nährstoffkonservierung über Winter. Umso wichtiger sind mechanische Alternativen zum Glyphosat-Einsatz. Eine mehrmalige, intensive Bodenbearbeitung kann sich negativ auf die Bodenstruktur und den Bodenwasserhaushalt auswirken sowie zu erhöhter Nitratfreisetzung und Humusabbau führen. Speziell der Pflugeinsatz erhöht die Gefahr der Bodenerosion, vor allem bei Starkregen und Hagel. Die Wasserverbände sehen die Änderungen des Glyphosateinsatzes positiv.

Knoche: Der dreibalkige Öko Grubber eignet sich ideal zur flachen Bodenbearbeitung. Die Flachkrümlerwalze wurde neu in diese Maschine integriert.

Kuhn: Die S-förmigen Federzinken sind das Herzstück des Prolander. Mit ihrer vibrierenden Wirkung lockern sie den Boden bis 15 cm Tiefe und bewirken eine gute Durchmischung.

Köckerling: Der Biogrubber ist ohne Walze, dafür mit einem zweireihigem Nachstriegel ausgestattet. Diese Maschine findet ihren Haupteinsatz in der mechanischen Unkrautbekämpfung.

Die Wasserwirtschaft muss bei Entnahmerechten umdenken

Der Weltwassertag findet seit 1993 jedes Jahr am 22. März statt und wird seit 2003 von UN-Water organisiert. Er wurde in der Agenda 21 der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung (UNCED) in Rio de Janeiro vorgeschlagen und von der UN-Generalversammlung am 22. Dezember 1992 beschlossen. Seit seiner ersten Ausführung hat er erheblich an Bedeutung gewonnen. Ziel ist es, dem global bedeutsamen Thema Wasser Bedeutung und Aufmerksamkeit zu widmen. Jedes Jahr werden für die interessierte Bevölkerung Informationen zu Wasserthemen angeboten und zu Veranstaltungen eingeladen.

Deutschland ist im Grunde ein wasserreiches Land und sehr gut mit Trinkwasser versorgt. Das scheint sich jedoch durch den Klimawandel und falsche Bewirtschaftung zu ändern. Zunehmende Trockenperioden, erhöhte Verdunstung durch höhere Temperaturen und der gestiegene Wasserbedarf, zum Beispiel in der Landwirtschaft, wirken sich zusammen auf die Grundwasserstände aus. Es besteht die Gefahr, dass Wälder, Bäche und Feuchtbiotope austrocknen. Starkregenereignisse führen kaum zur Grundwasseranreicherung, der größte Teil fließt schnell oberirdisch ab. Ein starker Anstieg der Flächenversiegelung verstärkt diese Effekte.

Eigentlich sollen europäische Regelungen dies verhindern. Jedoch werden sie nicht konsequent umgesetzt. Die Wasserwirtschaft muss umdenken. Es dürfen keine Entnahmerechte erteilt werden, die über die Grundwasserneubildung hinausgehen, bestehende Rechte müssen dringend überprüft werden.

Um diesen Herausforderungen in Zukunft gerecht zu werden, kommt es auf eine gute Zusammenarbeit an.

JO

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