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Gemeinsame Nenner finden

Wir baten die Parteien im Bundestag Stellung zu agrarpolitischen Fragen zu nehmen.

Einen Beitrag zu Optimismus und zur wirtschaftlichen Sicherheit unter Landwirten hat die Bundespolitik der letzten vier Jahre nicht gerade geleistet. Probleme wie die Verbesserung des Tierwohls, CO2-Emissionen, der Artenschwund oder die Nitratbelastung im Grundwasser wurden der Landwirtschaft oft nur angelastet und den Bauern nicht als gesellschaftliche Aufgabe vermittelt. Die Lösungen der Regierung mündeten in neuen Regelungen, deren Umsetzung meist mit Verlusten für die Betriebe einhergeht, die nicht oder nur ansatzweise ausgeglichen werden. Aus Bewegungen entstanden neue Zusammenschlüsse, die politische Vorgänge genau verfolgten und in unermüdlicher Regelmäßigkeit den Weg nach Berlin und in andere Städte antraten.

Verunsicherung als logische Folge

Einen weiteren Beweis für die unruhige Stimmung unter Landwirten lieferte unsere im Februar durchgeführte agri-EXPERTS-Umfrage (Ausgabe Mai 2021) mit der wohlbekannten Frage „Welche Partei würden Sie wählen, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre?“. Ganze 22 Prozent der Teilnehmer gaben an, unentschlossen zu sein. Um eine Entscheidungshilfe zu schaffen, haben wir den im Bundestag vertretenen Parteien acht präzise Fragen gestellt, die die derzeitige Agrarpolitik besonders beschäftigen.

Schließlich sind die landwirtschaftlichen Positionen in den Wahlprogrammen oft wenig konkret und manchmal sogar nur ein Randthema. So lässt sich die Unentschlossenheit selbst bei den agrarpolitisch inte-ressierten Wählern nicht beseitigen, die sich mit den Plänen intensiv auseinandersetzen.

Gut informiert in die Wahlkabine

Ob die eigene Meinung noch etwas mit den Zielen der Partei gemein hat, die im individuellen Ranking bisher die meisten Sympathiepunkte sammelte, sollten auch Stammwähler überprüfen. Ist der Favorit an der Regierung beteiligt, lässt sich eine abnehmende Übereinstimmung natürlich viel schneller feststellen. Welche Wanderungen dann in der Wählerschaft entstehen können, machte unsere Umfrage deutlich: Während die Union Anfang Februar noch den meisten Zuspruch erhielt, wurde sie nach dem Beschluss des Insektenschutzpakets durch das Bundeskabinett am 10. Februar von der FDP überholt.

Welche Kompromisse in der neuen Koalition geschlossen werden, ist noch völlig offen. Mit welchen Antworten auf entscheidende Fragen die Parteien nach der Wahl eventuell in Verhandlungen gehen, finden Sie in unserer Übersicht, erster und zweiter Teil. Sie haben also schon vor dem 26. September die Wahl – zwischen einem agrarpolitischen Punkteverteilen und dem Hören auf Ihr Bauchgefühl. ●

Ein noch umfangreicheres Ranking mit weiteren Themenfeldern können Sie erstellen unter www.agrarheute.com/agraromat

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