Honigvermarktung

Honigvermarktung in Deutschland

Durch die regelmäßigen Umfragen des Bieneninstituts in Mayen kann jeder einordnen, wo er mit seinen Verkaufspreisen steht.

Nach Schätzungen des Deutschen Imkerbundes halten in Deutschland etwa 150.000 Imker zusammen mehr als eine Million Bienenvölker. Nach Erhebungen des Fachzentrums für Bienen und Imkerei in Mayen erbrachte jedes Bienenvolk in diesem Jahr bei der Frühtrachternte durchschnittlich 19,6 kg und in der Sommerernte 16,3 kg, damit zusammen etwa 70 Glas Honig je Bienenvolk oder auf ganz Deutschland bezogen 70 Millionen 500-Gramm-Gläser. Da nur knapp 14 % der Imker Bienen ausschließlich für den eigenen Honigbedarf halten, stellt sich die Frage nach den Wegen des Honigs vom Imker zum Konsumenten, nach den Vermarktungsbedingungen sowie den Preisen und deren Entwicklung, aber auch nach den Unterschieden in Deutschland. Mit seinen jährlichen Erhebungen kann das Fachzentrum für Bienen und Imkerei diese Fragen beantworten. Den nachfolgenden Zahlen liegen anonyme Rückmeldungen von jeweils mehr als 7000 Imkern zugrunde.

Endverkaufspreise Blütenhonig, Sommer 2022, € / 500 g.

Auf welchen Wegen gelangt der Honig zum Kunden?

Erwartungsgemäß vermarkten die meisten Imker (87 %) ihren Honig an der Haustür, gefolgt von einem Verkauf an Arbeitskolleginnen und -kollegen (36 %). 17 % der Imker haben den Weg über den Einzelhandel gefunden, 9 % über Bauern- und Hofläden und fast 8 % der Imker beschicken Märkte. Andere Vermarktungswege liegen jeweils unter 5 % (Tabelle 1). Nach dem Verkauf über das Internet wurde in diesem Jahr noch nicht gefragt, dieser dürfte noch keinen wesentlichen Anteil haben.

Wie zufrieden sind die Imker mit ihren Vermarktungsbedingungen?

In der Umfrage des Mayener Fachzentrums bewerteten fast Zweidrittel aller antwortenden Imker ihre Vermarktungssituation als gut bis sehr gut. Nur wenige Imker (3,3 %) gaben an, dass ihre Vermarktungsbedingungen mangelhaft seien (Tabelle 2).

Zu welchen Preisen vermarkten die Imker ihren Honig?

In der Erhebung wurde auch nach den Preisen für die geernteten und angebotenen Honige gefragt. Am Beispiel von Blütenhonigen und Sommerblütenhonigen werden deutliche Preisunterschiede in Deutschland sichtbar (Grafik). Im Mittel bringt ein Glas Blütenhonig 6,11 Euro und ein Glas Sommerblütenhonig 6,16 Euro. Die höchsten Preise erzielen die Imker im Regierungsbezirk Freiburg mit 6,86 Euro für ein 500-Gramm-Glas Sommerblütenhonig, gefolgt von den Imkern in Oberbayern mit 6,72 Euro für ein Glas Blütenhonig. Mit Sortenhonigen werden zum Teil deutlich höhere Preise erzielt (Tabelle 3).

Die allgemeinen Preissteigerungen im täglichen Leben werden auch bei der Honigvermarktung sichtbar, und die Imker haben zum Teil darauf reagiert. Während die Honigpreise von 2020 bis 2021 um lediglich etwa 2 % stiegen, liegen die Preise für Blüten- bzw. Sommerblütenhonige in diesem Jahr mehr als 6 % über den Werten des Vorjahres 2021.

Autor

Dr. Christoph Otten

leitet das Fachzentrum Bienen und Imkerei im Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum in Mayen. Seit 2003 führt er Erhebungen unter anderem zu Winterverlusten, zu Honigernten und zur Trachtsituation durch. 

 

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