Rezept

Löwenzahnsalbe mit Heißauszug

Von April bis Mai hüllen sich die Wiesen in ein grün-gelb getupftes Kleid. Löwenzahnblüten locken jetzt hunderte von Insekten an, und es lohnt sich, ein paar Minuten diesem bunten Treiben zuzuschauen. Auch wenn der Löwenzahn oft als lästiges Unkraut angesehen wird, ist er eine wertvolle Heilpflanze, von der alle Teile nutzbar sind. Seine Blüte erinnert ein wenig an die prächtige Mähne eines Löwen. Sie besteht aus etwa 200 bis 300 einzelnen Zungenblütchen und duftet herrlich nach Honig. Abends und bei Regen schließt sie sich. Und nach dem Verblühen verwandelt sie sich in eine luftige Kugel, die ihre vielen kleinen Samen mit winzigen Flugschirmchen in die Welt hinausschickt.

Der sogenannte „Ginseng des Westens“ unterstützt die Leber, verbessert den Fettstoffwechsel, regt den Gallenfluss an, wirkt entgiftend und harntreibend. Hauptsächlich werden seine Blätter und Wurzeln verwendet. Aber auch die Blüten enthalten wertvolle Inhaltsstoffe: Für die Zubereitung benötigen wir Löwenzahnöl, das wir mittels Öl- bzw Heißauszug zuerst herstellen.

Salbe wie Öl eignen sich bei Muskelkater und Verspannungen zur Regeneration und wirken lindernd bei Gelenkschmerzen. Die Salbe heilt trockene und rissige Haut, zieht gut ein und versorgt sie nachhaltig, wirkt entzündungshemmend und gibt wertvolle Mineralien zurück. Kleinere Wunden und Insektenstiche können mit der Salbe ebenfalls behandelt werden.

Heißauszug

Der Heißauszug ist eine schnelle Methode, wenn man das Öl gleich braucht oder auch, wenn man stark wasserhaltige Pflanzen wie Löwenzahn verwendet. Die Wärme zieht die Stoffe in bis zu zwei Stunden ins Öl.

SO GEHT’S

Zutaten für das Öl:

  • 1 Handvoll abgezupfte Löwenzahnblüten
  • 100 g Mandel- oder Olivenöl
  • 5 Tropfen Vitamin E

Zutaten für die Salbe:

  • 50 g Löwenzahnöl
  • 20 g Johanniskrautöl
  • 10 g Bienenwachs
  • ggf. 10 Tropfen ätherisches Öl, z.B. Lavendel (Lavandula angustifolia)

Zubereitung

Vorbereitung: Arbeitsplatz und Arbeitsgeräte mit Alkohol desinfizieren. Die feinen Blütenblätter aus den Blütenkörbchen zupfen und für einige Stunden auf einem Tuch ausgebreitet trocknen lassen. So entweicht schon Flüssigkeit, und kleinere Tierchen können sich noch aus dem Staub machen.

Öl- bzw Heißauszug: Getrocknete Blättchen in ein feuerfestes Glas geben und mit dem Mandelöl übergießen. Im Wasserbad für etwa 45 Minuten bei mittlerer Temperatur (nicht über 70 Grad) ziehen lassen. Abseihen und Öl mit dem Vitamin E mischen.

Salbe mischen: Jetzt das fertige Löwenzahnöl, das Johanniskrautöl und das Bienenwachs in ein feuerfestes Glas geben. Im Wasserbad erwärmen und unter Rühren schmelzen lassen. Vom Herd nehmen und mit einem Löffel oder Spatel auf Handwärme rühren. Danach das ätherische Öl eintropfen, nochmals gut verrühren und dann in Tiegel abfüllen.

Kühl und dunkel gelagert, ist die Salbe etwa ein Jahr haltbar.

Autorin

Doris Kern

ist Kräuterexpertin und Bloggerin und zeigt auf www. mitliebegemacht.at regelmäßig neue Ideen und Rezepte rund um die Themen Hausmittel, Naturkosmetik, Kochen und Backen.

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