Interview

„In Friedrichshafen können wir gesund wachsen“

Herr Leiter, wie glücklich sind Sie, dass nun alles vorbei und gut gegangen ist?

Natürlich sehr. Gerade, wenn man bedenkt, dass Corona immer als Damoklesschwert über uns schwebte. Wir konnten die Imkertage ja noch unter 3G-Bedingungen durchführen, 2G oder auch 3G+ wären sehr erschwerend gewesen. Bei der Planung haben wir auch auf Corona geachtet: Mit breiten Fluren und Platz auf 15.000 Quadratmetern. Das war auch der Hauptgrund für die Verlegung von Donaueschingen – wo wir die Auflagen nicht erfüllen konnten - nach Friedrichshafen.

Wie war denn die Resonanz der Aussteller vor der Messe?

Wir hatten schon auch Firmen, die dieses Jahr nicht auf Messen wollten. Gleichzeitig waren ausländische Hersteller froh, dass wir mehr Platz hatten und sie auch erstmals ausstellen durften.

Und umsatztechnisch waren Sie auch zufrieden?

Da war tatsächlich etwas Luft nach oben. Das Phänomen ist aber nicht neu: Nach schlechten Honigjahren fehlt den Imkern oft etwas das Geld für die großen Investitionen.

Wie viele Besucher waren denn da über die drei Tage?

Insgesamt waren gut 5000 Menschen da.

Und wie viel waren es in Donaueschingen?

Etwa 1500 Leute mehr. Wir rechnen für nächstes Jahr aber mit 7000 Besuchern.

Die Berufsimkertage bleiben also in Friedrichshafen?

Ja, der Termin steht auch schon: 21. bis 23. Oktober 2022. Wir würden die Aussteller in Donaueschingen auch gar nicht mehr unterkriegen. In Friedrichshafen können wir eine weitere Halle dazunehmen, und so gesund wachsen.

Ebenfalls neu war der Name: Die „Süddeutschen Berufs- und Erwerbsimkertage“ bekamen den Beinamen „eurobee“. Wie kam es dazu?

Es hat ja kaum jemand „Süddeutsche Berufs- und Erwerbsimkertage“ gesagt, man ging halt nach Donaueschingen. Hier in Süddeutschland sind wir ja auch im Herzen Europas, deshalb war die Idee, den Imkertagen auch einen internationalen Namen zu geben. Nachdem es in Friedrichshafen auch die EUROBIKE gibt, lag die eurobee nahe.

Was war denn konkret anders als früher in Donaueschingen?

Die Aussteller waren alle in einer großen Halle, in Donaueschingen war es ja doch recht verwinkelt. Zudem konnten sie besser aufbauen und die Besucher direkt vor der Messe parken. Außerdem hatten wir jetzt kein Gedränge, da konnte man auf den Gängen auch mal ein Schwätzchen halten – ohne dass gleich alles verstopft war. Und wir hatten erstmals eine Aktionsbühne mit Kurzvorträgen von Studenten.

Was haben die Besucher sonst gesagt?

Am Ausgang haben wir die Leute gefragt, die waren alle zufrieden und glücklich.

Dieses Jahr gab es ein anderes Ticket-System: Nicht-DBIB-Mitglieder mussten die Tickets für einzelne Tage kaufen, und der Preis war höher als sonst. Wie waren da die Rückmeldungen?

Da gab es keine Beschwerden. Wegen der Corona-Auflagen mussten wir jeden Tag nachweisen, wie viele Besucher da waren, deshalb war das unumgänglich. Wir hatten aber auch ein Rabatt-System: Wer mehrere Tage da war, hat einen reduzierten Preis bekommen. Für unsere Mitglieder war der Eintritt ja nach wie vor kostenlos.

Hatten Sie ein spezielles Highlight bei den Imkertagen?

Besonders interessant fand ich die Exo​skelette, die man wie eine Weste trägt und die einen dann dank Federn beim Heben unterstützen. Ich hatte da letzten Sommer mal einen Prototyp ausgeliehen und damit eine Terrasse mit 40 Quadratmetern gepflastert – ohne Rückenschmerzen. Vor allem im Frühjahr arbeiten wir Imker ja viel gebückt, da ist es wichtig, dass wir unseren Rücken schonen. Da müssen wir mal schauen, ob wir das von der Berufsgenossenschaft fördern lassen können.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Leiter.

Meinrad Leiter

imkert im oberschwäbischen Meckenbeuren und ist Vorstand der Arbeitsgruppe Süd im Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbund DBIB. In dieser Rolle ist er für die Organisation der Süddeutschen Imkertage verantwortlich.

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