Nur noch einen Arbeitsgang, statt drei

Beeindruckend ist das überdimensionale Fahrwerk: ALL-IN-ONE Profi mit pendelnd aufgehängten Niederdruckreifen, Unterfuß- und Flüssigbeizeinrichtung und großen Dammformblechen.

Aktuell waren die Themen zur Marktlage, der Bekämpfung der Kraut- und Knollenfäule, zur Sikkation, einer verlustarmen Ernte und Lagerung sowie neue Entwicklungen bei der Pflanztechnik. Besonders das letzte Thema tangiert die gegenwärtigen Fragen unserer Zeit, mit boden- und wasserschonenden Anbauverfahren die vorhandenen natürlichen Ressourcen für einen umwelt- und kostengünstigen Kartoffelanbau optimal zu nutzen.

ALL-IN-ONE Technik

Auf einem 30 ha pfluglos geführten Kartoffelschlag wurden die angelegten Kartoffeldämme mit der ALL-IN-ONE Technik vorgestellt. Auffallend waren die lockeren, stabilen, trapezförmigen Dämme mit großem Volumen und immer mittigen Kartoffelpflanzen.

Diese Kartoffellegetechnik kombiniert die Bodenbearbeitung, das Legen und das Häufeln in einem Arbeitsgang. Beeindruckend ist das überdimensionale Fahrwerk der ALL-IN-ONE Profi mit pendelnd aufgehängten Niederdruckreifen, das die gesamte Arbeitsbreite abdeckt, vor der Bodenbearbeitung läuft und so Fahrspurbelastungen auf den Boden weitgehend ausschließt. Hervorzuheben ist der nach dem Fahrwerk serienmäßig laufende Zinkenrotor mit hartmetallbeschichteten Zinken.

Der Boden wird nach der Bearbeitung nicht wieder befahren und es kann in die gelockerte, kluten- und verdichtungsfreie Gare gepflanzt werden. Damit werden optimale Voraussetzungen für einen intakten Dammaufbau, einen zügigen Aufgang der Kartoffeln und einer ungehinderten Ausbildung der Stolonen geschaffen. Die größere Oberfläche der ALL-IN-ONE Dämme sorgt für eine massive Wärmeaufnahme und ein schnelles Abtrocknen.

Die fest integrierte Legemaschine legt die Kartoffeln über die 2-Scheibenschare in den frisch bearbeiteten garen Boden. Die bei Bedarf hydraulisch steingesicherten Doppelscheibenschare funktionieren auch in feuchten Böden, Pflanzenrückständen und in Mulch. ALL-IN-ONE Dämme werden durch die Dammformbleche leicht rückverfestigt, sind dadurch weitgehend abgesetzt und reißen bei Trockenheit nicht auf. Ein Problem, das bei locker angefrästen Dämmen häufig zu beobachten ist.

Technik anpassen

Gegenwärtig sind vier Varianten verfügbar. Als gezogene Variante kann ALL-IN-ONE Profi mit Kreiselegge und auch mit Zinkenrotor ausgerüstet werden. Somit lässt sich stärker standortspezifisch reagieren. Die Kreiselegge arbeitet besser auf leichten und steinigen Böden mit eventuellen Verdichtungen im Pflughorizont, während ein Zinkenrotor auch bei flacherer Einstellung und pflugloser Bearbeitung organische Rückstände sehr gleichmäßig verteilt. Entsprechend kann mit Schleppern ab 120 PS bis maximal 450 PS gefahren werden. Die kompakte ALL-IN-ONE Structural ist als Riemenpflanzmaschine besonders zum Pflanzen von Übergrößen und langen Sorten geeignet.

Stabile, trapezförmige Dämme nach der Krautregulierung.

Auch die Aushebemaschine ALL-IN-ONE Easy kann sowohl mit Zinkenrotor oder auch mit einer Kreiselegge arbeiten. Die Maschine ist als Leichtgewicht von vornherein für eine bodenschonende Bearbeitung vorgesehen. Sie ist legal auf der Straße zu fahren. Die Abstützung erfolgt über eine Packerwalze und den Dammformer. Der Schlepper muss im Feld nichts tragen, und die Tiefenführung ist exzellent. Die insgesamt kostengünstigere Maschine ist besonders auch für kleinere Strukturen konstruiert und dafür sehr kurz gehalten. Vorteil ist das Baukastensystem zwischen den Varianten und die einfache, aber robuste Bauweise.

Entwicklung geht weiter

Aus alter Gewohnheit wird oft die herkömmliche Technik genutzt. Dabei haben Neuerungen eine Vielzahl von Vorteilen und verbessern die Qualität und den Ertrag.

So verfügt die ALL-IN-ONE Technik über eine ISOBUS-fähige Bedienung mit Section Control, neu entwickelte gummierte Packerwalzen, einer automatischen Steuerung der Ablagetiefe und sogenannten Vario Dammformern. Der Vario Dammformer folgt unmittelbar nach der Knollenablage und bietet die Möglichkeit für neue Dammprofile. So bieten neue M-Dämme mit 5 cm mehr Flankenüberdeckung eine Vielzahl von Vorteilen.

Scheibenseche verbessern Hangstabilität und Wasserinfiltration.

Grundprinzip der Vario Dammformer ist eine schiebende Erdbewegung, ohne dass sich ein mischender Effekt einstellt. Dadurch bleiben die trockene Erde an der Dammoberfläche und die feuchte Erde im Knollenbereich erhalten. Durch den kurzen Abstand von ca. 90 cm von Kartoffelablage bis Dammformende ist die mittige Knollenablage auch bei Kurvenfahrt und starkem Seitenhang immer gewährleistet. Im Zusammenhang mit dem sehr stabilen Dammaufbau gehören grüne Knollen der Vergangenheit an. Durch die sofortige Dammformung mit feuchter Erde rutschen oder reißen die Dammflanken auch bei Trockenheit nicht. Der Boden kann sich gut absetzen und hat für die Wirkung der folgenden Herbizidanwendung noch eine ausreichende Restfeuchte.

Eine weitere große Wirkung, insbesondere bei Pflanzung auf Hanglagen, ist ein für ALL-IN-ONE entwickeltes Scheibensech. Das zwischen den Dämmen laufende messerartige Sech schneidet und lockert die Dammsohle gründlich auf. Neben der stabilisierenden Wirkung am Hang sind zerschneidende Effekte von Stroh oder Mulch, eine deutlich bessere Wasserführung und das schnelle Versickern von Oberflächenwasser zu beobachten. Die Knollen liegen leicht hangabwärts und wachsen mittig aus dem Damm.

Eine Flüssigbeizeinrichtung und eine Fahrgassenschaltung mit Dammräumer komplettieren alle Bestellsysteme. Auch gleichzeitiges Düngen ist sowohl in fester als auch in flüssiger Form möglich.

Bewertung der Verfahren

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist jeder Arbeitsgang der Bodenbearbeitung auf Effektivität und Rentabilität zu überdenken. Werden Arbeitsgänge eingespart oder kombiniert, sind Kosteneinsparungen gegeben. Entscheidend sind die Verfahrenskosten und der Dieselverbrauch (siehe Abbildung oben).

Der Leitgedanke von ALL-IN-ONE, Pflanzen mit einem breiten Rad auf festem Boden, so wie er aus dem Winter kommt, findet in Anbauversuchen und in der Praxis eine Bestätigung. Die Verfahrenskosten nehmen vom Pflügen über Stroheinmulchen bis zum Direktpflanzen im Frühjahr mit ALL-IN-ONE Technik um 9 bis 25 % ab.

Das ist allerdings stark von den Boden- und Witterungsverhältnissen und der Bearbeitungstiefe abhängig. Erforderlich sind eine gewissenhafte Einstellung und die Beachtung der schlagspezifischen Verhältnisse. Zu beachten sind auch die für Neuanschaffung hohen Investitionskosten. Bei entsprechender Kartoffelanbaufläche bzw. Lohnunternehmen dürfte sich der Einsatz der ALL-IN-ONE Technik bereits in kürzester Zeit amortisieren. Eine deutliche Qualitätsverbesserung in Verbindung mit Ertragssteigerung verbessert das Betriebsergebnis deutlich.

Fazit

  • Eine rechtzeitige und umfassende Krautfäule- und Alternariabekämpfung ist wichtig.
  • Unsichere Witterung und auftretende Infektionen erfordern bereits in den ersten Wochen nach Auflaufen Feldkontrollen und gezielte Fungizidanwendungen.
  • Es gehört eine sachgemäße mechanische und/oder chemische Krautabtötung dazu.
  • Mit den großvolumigen Dämmen der ALL-IN-ONE Technik lassen sich Qualitätskartoffeln erzeugen.
  • Knollen können sich im oberen Dammbereich optimal ausbilden und der Anteil ergrünter Knollen nimmt ab.
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